Betrug beim Lebenslauf - Warum lügen einige Bundestagsabgeordnete über ihren beruflichen Werdegang?

12. August 2016

Betrug beim Lebenslauf - Warum lügen einige Bundestagsabgeordnete über ihren beruflichen Werdegang?


Vor einiger Zeit wurde bekannt, dass die Bundestagsabgeordnete Petra Hinz ihren Lebenslauf gefälscht habe. Sie gab in ihm an, nach ihrem Abitur ein juristisches Studium absolviert und mit zwei Staatsexamina abgeschlossen zu haben. Doch diese Angaben entsprachen nicht der Wahrheit. Der Fall der Bundestagsabgeordneten ist zwar sehr extrem, aber in der Politik mitnichten ein Einzelfall. Viele Politiker hübschen ihren Lebenslauf auf und löschen Makel, wie abgebrochene Studiengänge aus dem Internet. Doch warum ist dieses Verhalten in der Politik so verbreitet und welche rechtlichen Konsequenzen können sich für Petra Hinz ergeben?

Warum schönen viele Politiker ihren Lebenslauf?

Im harten Politikbetrieb ist es wichtig, sich positiv von etwaigen Mitkandidaten abzuheben und der Bevölkerung keine Angriffsfläche zu bieten. Ein abgebrochenes Studium oder eine fehlende Berufsausbildung wird den Politikern schnell als Schwäche oder als mangelnder Fleiß ausgelegt. Daher scheuen sich viele Bundestagsabgeordnete davor, Lücken oder Makel im Lebenslauf offen zu zugeben. Zwar lassen die meisten Abgeordneten unangenehme Tatsachen einfach nur weg, statt ganze Studienabschlüsse zu erfinden, doch das Phänomen der geschönten Lebensläufe ist in der Politik durchaus bekannt.

Welche rechtlichen Konsequenzen könnten auf Petra Hinz zukommen?

Erst schien es so, dass die SPD Politikerin sich durch ihre Lebenslauf Schummlerei lediglich ins berufliche Aus manövriert hat. Doch jetzt berichtet eine deutsche Zeitung, dass der Abgeordneten möglicherweise auch strafrechtliche Konsequenzen drohen. Da Hinz auf ihrer Homepage geschrieben hat sie sei Juristin und wäre in einer Kanzlei als Anwältin tätig gewesen, könnte sie sich des Missbrauchs von Berufsbezeichnungen strafbar gemacht haben. Denn die Berufsbezeichnung des Rechtsanwalts ist rechtlich geschützt. Ihre Angaben auf der Homepage könnten bei den Lesern den Eindruck erweckt haben, dass sie ihre Arbeit als Anwältin nur vorgetäuscht habe. Auch die Essener Staatsanwaltschaft ist jetzt Quellen zufolge dabei zu prüfen, ob ein Anfangsverdacht gegen Petra Hinz vorliegt. 

Ihre politische Laufbahn dürfte aber in jedem Fall einen deutlichen Dämpfer erleben.

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