Brandanschlag auf Flüchtlingsheim - ein Fall von Wirtschaftskriminalität

01. August 2016

Brandanschlag auf Flüchtlingsheim - ein Fall von Wirtschaftskriminalität

Die Polizei hat die Brandstiftung an einem geplanten Flüchtlingsheim in Vorra (Bayern) aufgeklärt. Das Heim wurde im Dezember 2014 angezündet und mit Nazi-Parolen beschmiert. Bei dem landesweit in die Schlagzeilen geratenen Fall wurde zunächst ein rechtsextremistischer Hintergrund vermutet, doch mittlerweile geht die Polizei von einem Versicherungsbetrug aus. Der Chef der Baufirma, die für den Bau des Heimes zuständig war, soll das Gebäude zusammen mit einem Angestellten selber angezündet haben um die Firma so vor dem Bankrott zu retten. 

Der 50-jährige Firmenchef sowie ein 42-jährige Bauarbeiter wurden im Zusammenhang mit der Brandstiftung in der Nacht vom 11. zum 12. Dezember 2014 festgenommen und befinden sich derzeit in Untersuchungshaft. Die Polizei sieht es als erwiesen an, dass der Chef der Firma die Brandstiftung auf die geplante Flüchtlingsunterkunft persönlich geplant und zusammen mit einem Angestellten ausgeführt hatte. Grund dafür soll die Rettung der Firma vor dem finanziellen Kollaps gewesen sein. Die Baufirma hatte von der bayerischen Landesregierung den Auftrag erhalten, eine Flüchtlingsunterkunft in der kleinen nordbayerischen Ortschaft Vorra zu errichten. Bis Januar 2015 hätte das Heim fertiggestellt sein müssen, doch im November 2014 haben Gutachter der Regierung erhebliche Baumängel am Gebäude festgestellt und die Überarbeitung dieser gefordert. Da die Firma die Nachbesserungen auf eigene Rechnung begleichen musste und sie sich diese nicht leisten konnte, stand das Unternehmen kurz vor dem Bankrott. Die Brandstiftung und die daraus resultierende Entschädigung von der Versicherung erschienen dem Firmenchef somit als letzter Ausweg. Dem angestellten Komplizen versprach der Arbeitgeber eine finanzielle Belohnung sollte er sich an der Tat beteiligen. 

Durch die Nazi-Parolen, im Form eines Hakenkreuzes und dem Text "Kein Aslyat [sic] in Vorra", sollte die Polizei bewusst auf eine falsche Fährte geführt werden. Tatsächlich konzentrierten sich die Ermittlungen zunächst auf rechtsextreme Kreise. Da die kleine Ortschaft in Nordbayern aber bislang nicht bekannt war als Hort rechtsextremer Gruppierungen, kamen den Ermittlern in der Folgezeit immer mehr Zweifel an dieser Theorie auf. Ende 2015 fingen die leitenden Ermittler an, den Chef der Baufirma zu verdächtigen. Durch das Phantombild eines Zeugen, der auf den Komplizen des Chefs zu traf, ließ sich der Verdacht schließlich entscheidend verhärten.

In dem wiederaufgebauten Heim leben seit einigen Monaten nun doch Flüchtlinge. Die beschuldigte Baufirma selbst war an der Sanierung des Gebäudes beteiligt.

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