Statistik: Deutliche Zunahme an Versicherungsbetrug bei der Fußball-EM

25. Juli 2016

Statistik: Deutliche Zunahme an Versicherungsbetrug bei der Fußball-EM

Das Finale der Fußball-Europameisterschaften liegt noch nicht lange zurück. Bereits während der Spiele haben Ermittler eine deutliche Zunahme an Versicherungsbetrug festgestellt. Es ging dabei - wie vor jedem sportlichen Großereignis - um eine drastische Zunahme an Schadensmeldungen bei TV-Geräten. Viele Menschen nutzen entweder ihre Hausrat- oder die Haftpflichtversicherung eines Freundes, um sich einen neuen Fernseher zu finanzieren.

Seitens der Versicherer sind die Zeiten jedoch vorbei, in denen jeder Versicherungsbetrug anstandslos hingenommen wurde. Mittlerweile werden auch vermeintliche Bagatellfälle genau nachgeprüft und wer einen Schaden meldet, muss sich auf konkrete Fragen gefasst machen. Entscheidend ist dabei, ob der gemeldete Schaden tatsächlich plausibel ist, was in der Tat nicht immer der Fall ist.

Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) hat hierzu eine Untersuchung vornehmen lassen und geht davon aus, dass mindestens zehn Prozent der gemeldeten Schadensfälle eigentlich ein Versicherungsbetrug sind. Darüber hinaus wurde eine Stichprobe von 1.800 Schadensmeldungen untersucht, bei denen sich in 25 Prozent Ungereimtheiten ergaben. Der Schaden beziffert sich auf sage und schreibe vier Milliarden Euro im Jahr, womit keineswegs mehr von Bagatellen oder einem "Kavaliersdelikt" ausgegangen werden kann.

Entsprechend kommt es immer häufiger zu detaillierten Ermittlungen, die auch bei kleineren Schäden angesetzt werden. Indem bei jeder Schadensmeldung ein Sachverständiger seine Arbeit aufnimmt, wird mittelfristig auch ein abschreckender Effekt erreicht. Darüber hinaus entstehen überaus unangenehme Konsequenzen für diejenigen, die einen Versicherungsbetrug einfädeln. Auf der einen Seite droht der Versicherungsschutz zu erlöschen und der Straftäter wird in eine Datenbank aufgenommen, die auch von anderen Versicherungsunternehmen eingesehen wird. Des Weiteren drohen auch die Sachverständigenkosten, die zwischen 5.000 und 10.000 Euro betragen können. Mit anderen Worten: Versicherungsbetrug lohnt sich nicht.

Umgekehrt kann es natürlich immer auch zu echten Haftpflichtschäden kommen, bei denen die Versicherten dann auch nicht unter der Beweislast stehen. Wie die Verbraucherschutzzentralen Hamburg feststellt, muss ein Versicherungskonzern einen Versicherungsbetrug vor Gericht nachweisen, was natürlich nur dann funktioniert, wenn kein echter Schadensfall vorliegt. Anders ausgedrückt, brauchen diejenigen, die einen realen Schaden melden, keine Sorge vor falschen Verdächtigungen wegen Versicherungsbetrug zu haben.

Entscheidend ist jedoch, dass jeder Schaden exakt dokumentiert wird. Dabei können sowohl Aussagen von Zeugen als auch Fotografien hilfreich sein und einen Mehrwert darstellen. Vielfach versuchen Versicherer erst einmal einen Versicherungsbetrug zu unterstellen. In diesen Fällen sollten ehrliche Versicherte standhaft bleiben und ihre Interessen notfalls auch vor Gericht vertreten. Ein echter Betrug muss exakt nachgewiesen werden und auch das Gericht überzeugen, was bei ehrlichen Schadensmeldungen nicht funktionieren dürfte.

Quelle: Versicherungsbote

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