Versicherungsbetrug in Bremen: Kaufhaus-Chef vor Gericht

04. August 2016

Versicherungsbetrug in Bremen: Kaufhaus-Chef vor Gericht

Versicherungsbetrug oder nicht? Diese Frage wird derzeit vor dem Bremer Landgericht verhandelt. Auf der Anklagebank sitzt ein 64-jähriger ehemaliger Inhaber eines traditionsreichen Kaufhauses. Der Vorwurf lautet auf schwere Brandstiftung mit dem Zweck, einen Versicherungsbetrug zu begehen. Dabei soll der Angeklagte den Brand sogar persönlich gelegt haben und dabei auf die Hilfe eines 53-Jährige zurück gegriffen haben. Konkret geht die Staatsanwaltschaft davon aus, dass beide mutmaßlichen Täter Sturmhauben getragen und einen Raubüberfall vorgetäuscht haben. Das Feuer wurde dann mit Hilfe von Grillanzündern gelegt.

Angesichts eines Schadens in zweistelliger Millionenhöhe, ist die Schwere des mutmaßlichen Versicherungsbetrugs enorm. Bei dem Brand wurde nicht nur das aus dem Jahr 1909 stammenden Kaufhausgebäude, sondern auch die beiden Nachbarhäuser stark in Mitleidenschaft gezogen. Der Eigentümer des Gebäudes ist eine Immobiliengesellschaft, die bislang jedoch noch keinen Antrag auf einen Abriss gestellt hat.

In der Folge des Brandes wurden die Schäden recht bald gegenüber der Versicherung geltend gemacht. Sollte es sich um einen Versicherungsbetrug handeln, so ist nicht nur die Gebäude- und Feuerversicherung involviert, sondern auch das Unternehmen, bei dem das komplette Inventar versichert war. Darüber hinaus fiel natürlich auch der komplette Warenbestand den Flammen zum Opfer.

Der Angeklagte weist den Vorwurf wegen Versicherungsbetrug weit von sich. Nach seinen Angaben wurde er tatsächlich überfallen und in diesem Kontext in eine Toilette gesperrt. Zudem habe er keinerlei Interesse an einem Versicherungsbetrug sondern vielmehr weitreichende Pläne mit seinem Unternehmen gehabt. Hierfür sprächen auch die soliden Umsätze und die gute Liquidität der Firma.

Ebenfalls wurde im Rahmen der Verhandlungen Kritik an den Ermittlungen laut. Die Ermittler haben nach Ansicht des Angeklagten einseitig gearbeitet und sogar Zeugen beeinflusst. Des Weiteren wurde gegen einen der Richter ein Befangenheitsantrag gestellt.
Entsprechend ist noch völlig offen, ob die Beweislage ausreicht, um eine Verurteilung wegen Versicherungsbetrug durchzubekommen. Ein Freispruch erscheint ebenso möglich.

Quelle: Die Welt

*

Wir freuen uns auf Ihren Anruf und beraten Sie gerne!
* Anrufweiterleitung zum nächsten Büro, Ortstarif
>> Kontaktformular >> Rückrufservice

✆ 0800-8448446

WhatsApp Beratung
+491728448446