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Kriminalfall: Mord sollte Versicherungsbetrug vertuschen

Kriminalfall: Mord sollte Versicherungsbetrug vertuschen

Am Anfang stand „nur“ ein Versicherungsbetrug, der dann jedoch in einem Mord endete. Vor dem Landgericht Erfurt wurde Anfang 2015 ein Fall aus dem Jahr 1994 verhandelt. Es ging dabei um einen gemeinschaftlich begangenen Mord an einem 20-jährigen Tschechen.

Vor mehr als 20 Jahren wurde die verbrannte Leiche des jungen Mannes in einem Waldstück zwischen Cheb und Karlsbad entdeckt. Der Mann wurde zunächst nicht identifiziert, galt jedoch in Erfurt als vermisst. Nach dem Hinweis einer Frau im Jahr 2012 konnten die Ermittler die losen Fäden zusammenführen. Die Frau berief sich auf das Geständnis eines der Mittäter, der kurz darauf Selbstmord begangen hatte.

Zum Mord kam es, nachdem zuvor ein Versicherungsbetrug beschlossen wurde. Das Mordopfer sollte dabei als Mitwisser aus dem Weg geräumt werden und wurde mit Drogen betäubt und in dem Waldstück zusammengeschlagen. Danach übergossen die vier Angeklagten, die mittlerweile zwischen 40 und 47 Jahre alt sind, ihr Opfer mit Benzin und zündeten es an.

Bereits im Oktober 2014 wurde Untersuchungshaft angeordnet, der Prozess dauerte bis in den Juli 2015 an.

Nicht immer führt ein Geständnis zur Aufklärung eines Versicherungsbetruges, wie in diesem Fall. Die Gesellschaft der deutschen Versicherer GdF veröffentlichte im Mai 2017 eine Statistik, nach der jede zehnte Scha­den­mel­dung in der Kraftfahrt-, Haftpflicht- und Sachversicherung Ungereimtheiten aufweist. So genannte Dubios-Schäden von Versicherungsbetrügern kosten die Versicherer jedes Jahr bis zu fünf Milliarden Euro.

Dubios sind Schadenmeldungen, die nicht zum Schadenbild passen. Das Einreichen von manipulierten Kaufbelegen ist ebenfalls kein Kavaliersdelikt. Jede Form des Versicherungsbetruges wird strafrechtlich verfolgt. Wird Betrug nachgewiesen, kommt der Versicherer nicht für den Schaden auf. Er kann den Versicherungsvertrag kündigen, Sachverständigenkosten zurückverlangen und den Fall zur Anzeige bringen. Bei einer Verurteilung drohen Betrügern Geldstrafen oder Gefängnis.

Dass Versicherungsbetrug ein lukratives Geschäftsmodell sogar für die organisierte Kriminalität wurde, zeigte sich Ende 2018, als in einem Großeinsatz die Polizei in Deutschland, Italien, Belgien, Spanien und den Niederlanden gegen die Mafia vorging. Ein Beispiel aus deren Repertoire für die Gastronomie ist eine Pizzeria, die zunächst brannte und gut eine Woche später ausgeraubt wurde. Nur vier Jahre zuvor war dem Besitzer beides schon einmal widerfahren. Die Pechsträhne hatte Methode: Brand und Einbruch wurden fingiert, die Versicherung sollte zahlen, die Wertsachen waren aber längst in Sicherheit gebracht. Der Pizzeria-Besitzer fiel bei einer Überprüfung auf. Seit 1992 war er an mindestens 14 gestellten Verkehrsunfällen beteiligt, im Jahr 2000 wurde er dafür zu einem Jahr und sechs Monaten Gefängnis verurteilt – auf Bewährung wegen einer günstigen Sozialprognose.

Disclaimer: Die dargestellten Fälle wurden zum Schutz der Mandanten anonymisiert bzw. pseudonymisiert.