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asd

Umfangreiche Ermittlungen wegen Schwarzarbeit in Gießen

Umfangreiche Ermittlungen wegen Schwarzarbeit in Gießen

Sicherheitsunternehmen im Visier

Ermittlungen in Gießen richteten sich vor einigen Tagen vor allem gegen Schwarzarbeit. Zum Einsatz kamen Ermittler der Kasseler Finanzkontrolle Schwarzarbeit des Hauptzollamtes Gießen, die sich vor allem auf das Sicherheitsgewerbe konzentrierten. Dabei kamen insgesamt 350 Beamte zum Einsatz und durchsuchten insgesamt 42 Geschäftsräume, Wohnungen und Büros sowie Fahrzeuge. Neben der Finanzkontrolle Schwarzarbeit waren auch Ermittler von Zoll und Polizei an der Aktion beteiligt.

Im Fokus standen vor allem fünf Personen, die bei einem bundesweit tätigen Sicherheitsunternehmen beschäftigt sind. Es handelt sich sowohl um den Geschäftsführer als auch Gesellschafter und leitende Angestellte. Die Schwarzarbeit soll sich unter anderem im Landkreis Kassel ereignet haben. Ins Visier rückte nicht nur das Sicherheitsunternehmen, sondern auch eine Reihe von Subunternehmer, die ebenfalls illegale Beschäftigung ausgeführt haben sollen. Die Arbeit der Ermittler ergab vor allem, dass Arbeitnehmer vermutlich nicht ordnungsgemäß bei den Sozialversicherungsträgern angemeldet wurden. Die Löhne wurden schwarz und in Bargeld gezahlt, wobei Scheinrechnungen und fingierte Zahlungen zur Tarnung herangezogen wurden. Darüber hinaus lautet einer der Vorwürfe, dass Gelder der Firma auf private Konten geflossen sind.

Schätzungen zufolge, liegt der Schaden, der durch die Schwarzarbeit verursacht wurde, bei rund eineinhalb Millionen Euro. In diesem Kontext ist auch von gefälschten Dokumenten die Rede, die beispielsweise in Zertifikaten über die erfolgte Unterrichtung über Rechtsvorschriften sowie Sachkundeprüfungen bestanden.

Im Rahmen der Ermittlungen gelang es den Fahndern, Vermögenswerte im Wert von eineinhalb Millionen Euro sicher zu stellen. Dies erfolgte unter anderem durch Kontopfändungen sowie die Sicherstellung von offenen Forderungen. Ebenfalls wurden Schlagstöcke, Schlagringe und Nahkampfmesser sowie ein Würgeholz, zwei Gaspistolen und Drogen sowie Anabolika gefunden.

Ob, gegen wen und wann ein Prozess anberaumt wird, ist nach aktuellem Stand unklar. Es steht jedoch angesichts der Schwere zu erwarten, dass am Ende über Haftstrafen verhandelt wird und es nicht nur bei Geldstrafen bleiben wird. Noch hat die Staatsanwaltschaft jedoch keine Anklage formuliert.

Anfang 2019 packte ein Insider in der BZ Berlin über Praktiken in der Branche aus. Wer sich bei einem Sicherheits-Unternehmen bewirbt, das als Subunternehmer für Branchengrößen arbeitet, dem wird häufig angeboten, sich einen Teil der Bezahlung „black“ auszahlen zu lassen. Also schwarz. Zehn Euro auf die Hand sind dann üblich. Bei einer Vollzeitstelle verdienen Sicherheitsbeamte in Supermärkten oder Türsteher inklusive Zuschlägen rund 950 Euro netto. Für den gesetzlichen Mindestlohn ist es nur schwer möglich, qualifizierte Mitarbeiter zu finden. An der Messe Berlin zum Beispiel bezahlt eine Firma mit Stand rund 30 Euro pro Stunde für einen Sicherheitsmann. Davon bekommt die Messe fünf Euro, die Security-Firma, die den Auftrag übernimmt und an Subunternehmer weitergibt, fünf Euro. Und der Subunternehmer 15 Euro.

Quelle: Focus

Disclaimer: Die dargestellten Fälle wurden zum Schutz der Mandanten anonymisiert bzw. pseudonymisiert.